Fruchtbarkeit in einem Wechseljahre-Online-Magazin. Wie passt das zusammen? 

Ariadne, Königstochter, Tänzerin, aufgewachsen auf Kreta.  Sie wird  als Fruchtbarkeitsgöttin verehrt. Mein weibliches Role Model, mit dem ich in der Lemonday Blogparade antrete. 

Widersprüche und/oder Inspiration?  Weder noch - Fruchtbarkeit und Wechseljahre gehören zusammen. Sind es nicht die fruchtbarsten Jahre eines Frauenlebens? 

Ariadne ist meine Heldin ein Beispiel, dem eigenen Ruf zu folgen.  Ihr Weg ist klassisch weiblich und erst die Des-Illusionierung führte sie in ihre Tiefen.  Dort spann sie ihren goldenen Faden. Was zunächst mit dem roten Faden begann, wandelte sich in den goldenen Faden. 

Fazit - Ariadne als weiblichen Role Model ? 

Sie ist klug, mutig, lösungsorientiert, de-mutig und kreativ.
Sie ist ungehorsam, rebellisch und prägt die Geschichte. 
Sie ent-wirrt und ent-wickelt zunächst den Mann, dann sich selbst. 
Sie überwindet ihre Prägungen. 
Sie taucht in ihre eigenen Tiefen, stellt sich ihrem Schmerz und spürt sich darin. 
Sie verweilt in der Leere und erkennt die Illusion.
Sie transformiert all den Schmerz und folgt ihrem Ruf.
Sie stellt sich ihren inneren Mysterien und schöpft aus Ihnen.
Sie erkennt ihre Magie und ihre mystische Kraft. 
Sie spinnt den goldenen Faden - ihren eigenen Lebensfaden.

Ariadne von Kreta und der rote Faden!

Geprägt wurde sie von ihrer Mutter, Königin Pasiphae. Sie tanzte mit ihrer Tochter und lehrte sie Anmut und Hingabe in der Bewegung. In ihrer Mutter lebte die Würde der Königin, diese Haltung setzte sich in der Tochter fort.  
Ihr Halbbruder Asterion (der Lichtbringer) war halb Mensch, halb Stier. Er ging als Minotaurus in die Geschichte ein. Ariadne studierte ihren Halbbruder und mochte ihn, bis er in das extra für ihn erbaute Labyrinth gesperrt wurde. Dort wurde er zum Minotaurus,  das gefährliche Monster, unersättlich und gierig auf Menschenfleisch. Mit der Geburt ihres Sohnes, der vermutlich von Poseidon gezeugt wurde, versank Pasiphae in eine tiefe Trauer.
Ariadnes Vater, König Minos, gewann mithilfe seines möglichen Sohnes Minotaurus zur Macht. Er benutzte den Minotaurus.  Im Sieg über Athen verhängte er eine grausame Strafe.  Jedes Jahr musste Athen 7 Jünglinge und 7 Jungfrauen nach Kreta senden. Dort waren sie in dem  Labyrinth dem gefräßigen Minotaurus ausgeliefert.
Thesseus, der Sohn des Königs Ägeus von Athen, begleitete die 14 Kinder nach Kreta. Im Zeichen der Trauer segelte er mit schwarzen Segeln über das Meer. 
Ariadne wuchs im Palast von Knossos mit dem Monster im Untergeschoss (Labyrinth) auf. Sie wusste um die Gräueltaten und der Macht ihres Vaters. Sie lebte in der Schein-Welt des Königspalast als Königstochter mit ihren Schwestern und Brüdern. 
Das Orakel von Delphi riet Thesseus sich die Göttin der Liebe zur Führerin zu nehmen. Ariadne verliebte sich bei der Ankunft in den jungen Helden. Sie versprach ihm zu helfen. Daran knüpfte sie die Bedingung. Er musste sie mit nach Athen nehmen. 
Das rote Garn befestigte sie am Körper des Thesseus. Er machte sich auf den Weg, tötete den Minotaurus und konnte durch den abgewickelten Faden wieder unversehrt aus dem Labyrinth herausfinden. Er rettete die 14 Kinder.  Sie flohen auf das Segelschiff und flüchteten in Richtung Athen. Er nahm Ariadne mit, setzte sie in Naxos aus. Sie wurde Ariadne von Naxos.

Wir kennen ihn alle, den rote Faden, der sich durch unsere LebensGeschichten zieht. Die Herkunft ist selten bekannt. Ariadne hat den Faden der Ent-wirrung und Ent-wicklung geboren.

Meine Interpretation: 

Wenn ich das Untergeschoss des Palasts mit dem Unterbewusstsein verbinde, dann wuchs Ariadne in der Ahnung des Unwohlseins ihrer heilen Welt auf. Als Königstochter verfügte sie über alle möglichen Bequemlichkeiten. Im Untergrund rumorte es. Von der Mutter erfuhr sie die Freuden, Frau zu sein. 

Oben die heile Welt, in der Tiefe der Schrecken! Das macht Vertrauen unmöglich.

Der Bruch mit der Geburt des Bruders, die Depression der Mutter und der zornige Vater führten zu dem Gefühl,  sich selbst überlassen zu sein. 

Thesseus bot ihr die Möglichkeit, aus diesem vermeintlich goldenen Käfig auszubrechen.  

Mit dem Tod des Minotaurus mithilfe Thesseus durch den goldenen Faden war die Macht gebrochen. Sie führte ihre Heimat zurück in die Fruchtbarkeit und heraus aus der zerstörenden Energie

Thesseus wurde ihr Held und Retter. Sie verliebte sich in ihn. 

Der Preis war der Verrat ihrer Familie und der Verlust ihrer Heimat. Ein schmerzhafter Weg,

Die Prägungen der Kindheit zu lösen, ist unabdingbar für ein befreites Leben. 

Ariadne von Naxos - die Befreiung ins eigene Selbst!

Auf Naxos legte das Schiff Thesseus eine Pause ein und ankerte.  Thesseus segelte am nächsten Tag weiter und ließ Ariadne auf Naxos zurück. 
Die Überlieferung von Ariadne von Naxos stammt von Hugo von Hoffmansthal. Von Richard Strauss in  "Ariadne von Naxos" als Drama in einer Oper vertont. Sie wird und wurde in allen wesentlichen Opernhäuser und Theater aufgeführt. 
Sie blieb auf Naxos allein und war verzweifelt. Hatte sie nicht für Thesseus alles geopfert, was ihr bis anhin vertraut war? Die verlassene Ariadne zog sich in eine Höhle zurück mit einem Spinnrad, begleitet durch drei Nymphen und spann ihren eigenen Faden.  Die Nymphen versuchen alles, um sie aus ihrer Trauer herauszuführen. Sie gibt sich ihrer Trauer um den Verlust ihrer vertrauten Heimat und dem Geliebten hin. Nichts kann sie aufhellen, nichts kann sie ablenken. 

 

Die Höhle als Synonym für die eigene Tiefe!

Die Höhle ist ihr Mysterium. Dort, in der Abgeschiedenheit der Welt erfährt sie zum ersten Mal sich selbst. Sie taucht ein in ihre Tiefen und heilt. Die Höhle zunächst kalt und unwirtlich, wird ihre Heimat, es bedeutet als Ankommen in sich selbst. 
Einsamkeit verwandelt sich in All-Eins-Sein. Sie genügt sich selbst und erkennt sich. Sie spinnt ihren eigenen Faden, den goldenen Faden. Sie folgt ihrem inneren Ruf. Dionysos, der Gott der Ekstase, der Fruchtbarkeit, des Weines, findet Ariadne schlafend auf Naxos. Er verliebt sich in sie und heiratet sie. 

Meine Interpretation: 

Zunächst wird sie vollständig auf sich zurückgeworfen. Sie sitzt verlassen in der Höhle auf Naxos. Der Schmerz des Verrats hinterlässt eine Fassungslosigkeit und zieht ihr den Boden unter den Füßen weg. Wir alle kennen diesen tiefen Schmerz. Wir hören unsere inneren Schreie, vielleicht auch die äußeren, wenn es uns den Boden unter den Füßen wegzieht.  Wenn alle Tränen geweint alle Gedanken um die Verluste gedacht sind- Wenn die Ernüchterung entsteht, dann stellt sich die Klarheit ein.

Den Verlust der Illusion, ihre Traumbilder, die geraubt sind, lässt sie sich innerlich fallen.  Die Leere, die dann folgt ist heilsam. 

Sie fällt in ihre eigenen Tiefen und in ihren eigenen Grund.

Jede Frau kennt dieses Gefühl, hat ihre ganz persönliche Geschichte der Des-Illusionierung. Das verbindet uns und mit allen Generationen vor uns.

Dieser Weg führt durch den tiefen Schmerz unzähliger Generationen und lässt uns bei uns selbst ankommen. Das Geschenk nehmen wir dann in Empfang, wenn wir diesen Prozess durchlebt und überwunden haben.

Der Ausgang der Ariadne-Geschichte ist fast banal. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. So endet jedes Märchen. Dionysos holt und heiratet sie. 

Wer ist Dionysos. Er steht für die eigenbestimmte Lebensfreude, für die Schöpferkraft, für die Fruchtbarkeit und die Ekstase, die unser Leben bereichert. Das zieht Ariadne in ihr Leben. Das ziehen wir in unser Leben.

Das passiert, wenn wir uns in den eigenen Tiefen begegnen, ihnen standhalten, uns uns selbst hingeben. 

Wir suchen nichts mehr, erwarten nichts mehr, wir lassen geschehen. 

Dann stehen wir auf, wie die Phönix aus der Asche, entbrennen  und erfinden uns neu. Die Abnabelung der Prägungen unserer Herkunft, die Überwindung der Illusion einer romantischen Liebe ebenen den Weg in eine Liebe an das Leben, an unsere Kraft und unser selbstwirksames Leben. Dann ist der Boden bereitet, dem inneren Ruf zu folgen.

-  Dionsysos steht für unser ekstatisches, lustvolles, liebespralles und spirituelles Sein.

 - Dionysos steht für eine berufliche Aufgabe, die den eigenen Werten entspricht. 

-  Dionysos steht für eine Liebe, in der sich zwei Menschen auf Augenhöhe begegnen.

-  Dionysos steht für die Liebe zu uns selbst.

Wechseljahre und Fruchtbarkeit - das weibliche Role Model

Die Lebensmitte ist ein fruchtbarer Teil eines Frauenlebens, In dieser Zeit erfolgt die Begegnung mit dem eigenen Kern, dem eigenen Wesen.  Das kann ich in der Ariadne-Mythologie beispielhaft erkennen.
Die Lebensmitte ist eine Zeit der Veränderung. Die alte Welt der Sorge und Fürsorge für andere Menschen in der Familie, am Arbeitsplatz verändern sich. Bestenfalls nutzen wir den neuen Raum und atmen durch. Bis dahin war unsere Welt von den Anforderungen des Alltags geleitet - Außen-geleitet. Dieser Raum kann als Leere empfunden werden. Wir sind gewillt, diese Leere ganz schnell wieder zu füllen. Klug haben wir bis dahin gelernt, mit unseren Gefühlen neu und anders umzugehen und halten stand. Wir lassen die Gefühle aufsteigen und transformieren sie. Wir zersetzen uns und setzen uns neu zusammen. 

Manchmal wird Veränderung von Außen angestoßen, manchmal läuten wir den Wechsel selbst ein. Die hormonelle Veränderung fordert uns, eine neue Seelen- und Körperwahrnehmung  zu entwickeln. Bestenfalls lernen wir, uns selbst zuzuhören.

Je nach Temperament reagieren wir unterschiedlich. Das lästige Übergewicht der Wechseljahre kann der Kokon sein, der uns schützt und unsere Höhle wird. Darin passiert Veränderung und wir schlüpfen wieder aus dem Kokon. Es wächst etwas in uns, das noch Schutz braucht. Wenn die Zeit gekommen ist, findet die Neugeburt statt. Wir verlassen den Kokon.
Einige von uns starten ohne Pause durch. Dann kommt das Er-wachen etwas später.Meiner Beobachtung nach kommt das Inne-halten, das in die Höhle verkriechen immer. Heißt die Pause nicht Meno-Pause (hier ein Hinweis auf einen Blogartikel von mir).
Wie immer Deine Höhle aussieht? Es lohnt sich, den Themen der Veränderung zu stellen. Sich selbst zuzuhören, die Gefühle wahrzunehmen, die Seele in den neuen Raum wachsen lassen. 
Dann entsteht eine neue Form der Aktivität, die dem eigenen Sein entspricht. Dann hörst Du den inneren Ruf und kannst ihm folgen.


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Mit der Haltung der Königin als Vorbild

Ariadnes zeigt einen Weg. Jetzt den eigenen Wirren und Verwirrungen standzuhalten.

Jetzt nicht mehr Andere ent-wirren und/oder ent-wickeln, sondern zu forschen, was in ihr ent-wirrt  und ent-wickelt werden will. Die eigene Höhle erkunden, sich in seiner eigenen Höhle einzurichten, dass Spinnrad mitzunehmen und den eigenen Faden zu spinnen. Die eigenen Fragmente neu zusammen zu fügen..

Die nachlassende körperliche Fruchtbarkeit als Samen für eine neue, weite und wirklich eigene Frucht wachsen zu lassen in Form einer eigenen Vision des weiteren Lebens. 
Wenn wir Dionysos, der Gott des Weines, der Fruchtbarkeit übersetzen - dann wird aus dem Freund, der uns in dieser Zurückgezogenheit findet,  die neue Lebensfreude, der neue Lebensmut, die Unbeschwertheit  die Schöpferinnenkraft. Mit der Haltung der Königin, nicht mehr der Königstochter, schreiten wir auf unseren weiteren Weg, dem inneren Ruf folgend.  

Herzlichst Susanne 

Du kannst mehr über mich erfahren unter folgendem Link  Susanne Krauss

12 Impulse für mehr Gelassenheit. - Mein Geschenk an Dich

Die aktuellen OnlineWorkShops:

Dem inneren Ruf folgen - Berufung mit Herz und Verstand

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    2 replies to "Weibliches Role Model – Ariadne von Naxos"

    • נערות ליווי

      I must thank you for the efforts youve put in penning this site. I am hoping to check out the same high-grade blog posts by you in the future as well. In fact, your creative writing abilities has motivated me to get my very own blog now 😉

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