Mit den milden Augen der Forscherin die KörperSpuren lesen!

KörperSpuren lesen

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Ziehe deine Schuhe aus, stell dich barfuss vor den Spiegel und lass uns auf Spurensuche gehen. Nicht mit dem Kopf, der immer gleich bewertet, sondern mit den Augen der Forscherin und den Fingern einer Liebhaberin. Wir finden die Spuren deines lebendigen Lebens.

Wie siehst du deinen Bauch? Wie fühlst du deinen Bauch? Sind es silbrige Linien die sich über dein weiches Gewebe ziehen und wie eine Flussmündung in den Bauchnabel gleiten. Leg die Hand drauf. Erinnerst du dich, hier einem ganzen Universum 9 Monate den Raum geschaffen zu haben. Spürst du noch die Füsse, wie sie von Innen an die Bauchdecke klopfen?

Deine Weichheit und die Linien sind die Zeugen dieser einzigartigen Zeit deines Lebens. 

Die Brüste sind nicht mehr wie 20. Sie haben sich verabschiedet von der Schwerkraft. Sie hatten wichtigeres zu tun: Milch geben, Herzen wärmen, Geheimnisse tragen. 

Die feinen Linien an den Seiten sind wie Maserungen des Holzes – je mehr davon, desto kostbarer…….

So gehe ich mit dir auf Spuren-lese und du findest neue Worte, die dich mit den Augen der Liebhaberin mit dir verbinden.

Das ist eine Einladung dich mit neuen Augen zu sehen und vor allem zu fühlen. 

Im folgenden Blog beleuchte ich die Frage, wie Frauen beeinflusst sind im Wandel der Mode der letzten 200 Jahre. Ich zeige auf, wie sich unsere Körperformen im Blick der Mode veränderte und frage: Hat sich das auf den Blick auf uns selbst ausgewirkt und wenn ja, mit welchen Folgen? 

Sind Ziele zeitgemäss

Der Inhalt dieses Blogartikels:

  • Körperideale in der Mode der letzten 200 Jahre
  • Das Korsett wird noch enger
  • Die Gibson Girls um die Jahrtausendwende
  • Flapper – Knabenhaft und Androgyn 
  • Von der Sanduhr zur Jeanskultur
  • Mein Fazit aus 200 Jahren
  • In welchem Glas bewegst du dich?
  • Körperspuren lesen und sich aus dem Diktat befreien!
  • Welche Wirkungen haben die Trends auf das Selbstbild?
  • Den Krieg beenden – Körperspuren – lesen!

Körperideale in der Mode der letzten 200 Jahre

Der Zusammenhang zwischen Körperformen und Mode ist eng verknüpft mit gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen.  Mode diktiert oft ideale Körperformen, die durch ideale Körperformen, Emanzipationsbewegungen, Medien und Technologie beeinflusst werden. Schönheitsstandards sind variabel und spiegeln Epochen wieder. Von üppiger Fülle, androgyner Statur bis zur heutigen Vielfalt von Body Positivity.

Vor ca. 200 Jahren könnte man das Körper-Schönheitsideal mit einer romantischen Sanduhr vergleichen:

Schmale Taille, runder Busen, üppige Hüften. Die Taille wurde mit einem „Folterinstrument“ – dem Korsett – erwirkt. Oder war das Korsett ein Wundermittel für Frauen, die unbedingt elegant wirken wollten?

Röllchen an Po und Oberschenkel waren unbedingt erwünscht. Das Frauenbild sollte weich, fruchtbar und ein bisschen hilflos wirken. Wenn ich das schreibe, sehe ich sofort fächernde Frauen in wunderschönen Gärten wandelnd und mit Reifröcken bekleidet um diesem Ideal zu entsprechen.

Das war das Frauenbild der adligen und / oder der entstehenden grossbürgerlichen Schicht. 

Die Arbeiter- und/oder Bauerfrauen dieser Zeit trugen einfache und praktikable fallende bodenlange Kleider, um ihren Alltag bewältigen zu können.

Mode hat die Trends gesetzt und Stils favorisiert – gelebt wurde sie von Frauen, die über die finanziellen Mittel verfügten. 

Das Korsett wird noch enger!

KörperSpuren lesen

In der Zeit bis 1880 sprach die Haute Couture vom viktorianischen Stil, so auch das Körperbild. Die Taille wurde nach vorne geschoben, der Po weit nach hinten gedrückt – es wurde eine S-Linie erwirkt. Gesundheit – egal – Rippen brachen, Organe wanderten – die Körper durften rund und gesund aussehen – nur eben in einer völlig unnatürlichen Form.

Kannst du dir vorstellen, in solchen Kleidern zu gehen? Wie fühlten sich die Frauen? Um Balance zu erreichen, mussten sie körperlich ausgleichen, sicherlich unter Schmerzen!

Die Gibson Girls um die Jahrtausendwende

Das Modediktat lockerte sich um die Jahrtausendwende und mit der veränderten Mode auch die favorisierte Körperform. Mehr Bewegungsfreiheit setzte sich durch. Die Busen wurden flacher, die Hüften blieben voll. Frau wird sportlich. Radfahren, Tennis sind „erlaubte Sportarten“.  Noch immer dominiert die schmale Taille. Das Ideal: gross, selbstbewusst und kurvig.

Hatte die beginnende Emanzipationsbewegung Mitte des 19. Jht. die Befreiung des weiblichen Körpers aus dem engen Korsett mit der Veränderung der Mode zu tun? Wahrscheinlich schon, die Körperformen lockerten sich und drehten in eine andere Richtung.

Flapper - Knabenhaft und androgyn - die 20er Jahre

Völlige Umkehr in den 20er Jahrem des letzten Jahrhundert.  Mode und Körperformen revolutionieren –  Brüste wurden flach gebunden, Hüften verschwinden unter gerade geschnittenen Kleidern. Jungenhaft, knabenhaft, schlank war der favorisierte Körpertyp.

Wer Hüften hatte galt als „altmodisch“.

War es eine Befreiung, wenn wieder Körperteile abgebunden werden.

Frauen wirken knabenhaft, fast kindlich verspielt und unschuldig verführerisch. Die Mode symbolisierte Freiheit in der Auflösung und Veränderung der Formen – auch der Körperformen. Es wirkte wie eine Rebellion gegen Tradition. Körperliche Schlankeit wurde zum Ideal.

Die 30er Jahre wurden dominiert durch Hollywood und Kriegszeit.  Die feminine Körperform rückte wieder in den Blickwinkel.  Marlene Dietrich verkörperte die weiche Form. In Deutschland dominierte die Politik mit einem sehr traditionellen Frauenideal und den mütterlichen Körperformen, die mit breiten Hüften und grosser Oberweite in Verbindung stehen. . 

Von der Sanduhr zur Jeanskultur!

 Volle Röcke und betonte Kurven wirkten und die enge Taillen betonten die runden Hüften. Hatten wir schon einmal – die Röcke sind jetzt kürzer, die Stoffe beschwingter. Es ist Nachkriegszeit und die Körperformen spiegeln eine „traditionelle Weiblichkeit“ , die durch die Mode unterstützt wurde.

So kann ich jetzt weiterschreiben – die Swinging 60er und die 70er Jahre sind geprägt von den Twiggy-Formen – die Körperformen sind wieder dominiert von einer Super-Schlankheit.

Die Mode fördert die Freiheit – die Jungendkultur und die Pillenrevolution unterstützen diesen Trend. Dieser fördert den Druck auf Schlankheit.

Führt die Jeans zur Befreiung?

Mit den Jeans, die sich für Frauen in den 70er durchsetzen wird es burschikos sportlich. Die 80er lässt uns die Schulter polstern, damit die Taille und das Becken schmaler wirkt – ein bisschen Baseballform.

Das Ideal der 80er und 90er Jahre ist geprägt vom Fitnessboom, der bis heute anhält. Die Gesellschaft wird zunehmend durch die Medien dominiert, die den Schönheitskult kommerzialisiert. Die Möglichkeiten durch die Verbreitung der Medien sind vielseitig und werden entsprechend genutzt. Schlankheit – Fitness – Körperlichkeit bedeutet einen disziplinierten Lebenswandel. 

Der nächste Jahrtausendwandel und das digitalisierte Zeitalter brachte die Technik, um in den Medien die Schönheits- und Modeideale durch Filter und Apps noch perfekter zur Schau zu stellen. 

Es stellt sich Kritik in den sozialen Medien ein an diesen unrealistischen Darstellungen von Frauen. Die klassischen Medien folgen und kurvige Models zeigen eine zeitlang die neuen Mode-Trends. Der Wandel tritt ein und reflektiert Feminismus und Diversität. Das spiegelt sich in der Body Positivity / Neutrality Bewegung. Bedeutet es jetzt endlich, dass Frauen ihren Körper so annehmen, wie er ist?

Meine Erfahrung ist eine andere und die Zahlen der Schönheitsoperationen, der Diät Apps, der Schlankheitsmedikation und ungesunden Lebensformen, die sich in Übergewicht und Bewegungsmangel ausdrücken,  sprechen dagegen. 

Ein persönliches Erlebnis bei einem Poetry Slam liess mich aufhorchen als eine junge Slamerin in üppiger Körperform Frauen als „rechts“ (politisch wohlgemerkt) einordnete, die einen schlanken Körper haben oder einen schlanken Körper haben wollen. 

Diese Kritik an Body Positivity hat die Body Neutrality Bewegung entstehen lassen. Sie bedeutet – den Körper in seiner Funktionalität zu fokusieren und Dankbarkeit zu entwickeln. 

Mein Fazit aus 200 Jahren

In welchem Glas bewegst du dich?

War der weibliche Körper jemals „unser Körper„? Es wirkt nicht so, wenn ich mir die Trends der letzten 200 Jahre vergegenwärtige.

Der weibliche Körper war ein Politikum, Wirtschaftsfaktor, Projektionsfläche für alles mögliche, durch uns selbst, durch den männlichen Blick, durch Gesellschaft, durch Mode und Medien. 

Mal „durfte“ er weich und kurvig sein, mal schmal und knabenhaft, kindlich und muskulös. Der Po wurde versteckt, dann dominiert er, es gibt immer die entsprechenden Körperübungen für den jeweilige angesagte Körperform. 

Die sozialen Medien fördern den Vergleich schnell und immer verfügbar mit perfekten Bildern.

Wenn die Medien Aussagen und Photos ständig wiederholen, normalisieren sich unrealistische Bilder und verankern sich in uns als sogenannte „Normalität“.

Die Komerzialisierung durch Diät Apps, Beauty Produkte und Schlankheitsmedikation bis hin zu Wellness Operationen schafft eine profitable Industrie.

Mit der Globalisierung setzen sich in Körperform und Mode die westlichen Trends durch und breiten sich weltweit aus. 

Filter, Bearbeitung und Algorithmen schaffen eine verzerrte Realtität. 

Während früher Korsetts oder Diäten physisch formten, sind es heute Algorythmen und Filter. 

Die einzige Konstante die ich erkenne: Es gab sie immer , die gesellschaftlichen Bilder der „favorisierten Körperformen“. Sie wandeln sich entsprechend vieler Einflussfaktoren. 

Sie begleiten uns und erzählen uns, wie wir uns „richtig“ fühlen sollten, könnten, müssten und führt zu einem entfremdeten Gefühl zu sich selbst. 

Welche Wirkungen haben die Trends auf das Selbstbild?

Die Auswirkungen auf unser Selbstbild sind bekannt, wenn Frauen unreflektiert die „aktuellen“ Bilder übernehmen. Gerade junge Mädchen sind betroffen, da sich das Selbstbild in der Pubertät bildet. Das Selbstbild wird dann in Folge in jedem Lebensabschnitt justiert.

Im folgenden zähle ich die Folgen auf, die wirken können, wenn das eigene Selbstbild nicht dem herrschenden Bild entspricht und dies zu Verurteilungen des Selbstbilds führt:

  • Esstörungen
  • Erhöhtes Risiko für Depression und Angststörungen
  • Körperunzufriedenheit und in Folge Image Probleme
  • Schlafstörungen, Erschöpfung und innere Unruhe
  • Einsamkeit, Stress und soziale Vergleiche
  • Entfremdung

Sind es bei jungen Frauen noch das Körperimage und seine Folgen, tragen die Einflüsse der Medien auf ältere Erwachsene dazu bei, dass sie sich durch die Anti-Aging Inhalte unsichtbar fühlen.

Kurz und knapp – Selbsthilfetipps:

  • Deinen Körper beschreiben – es ist ein Versuch wert einmal deinen Körper ganz neutral zu betrachten und zu beschreiben
  • Die ersten drei Dinge die dir einfallen, wozu dir dein Körper dient, z.B. deine Füsse tragen dich, du spürst deinen Atem, aufschreiben und mehrmals am Tag Dank dafür aussprechen. 
  • Sobald du dich bei einem kritischen Gedanken erwischst, stoppe ihn sofort. Das braucht ein bisschen Übung (das sich erwischen) Du kannst anstelle des kritischen Gedanken ein Dank aussprechen. Beispiel: Mein Bauch ist zu dick – stopp – was fällt dir sonst noch zu deinem Bauch ein. Danke – mein Bauch fühlt sich warm an….
  • 10 Minuten Bewegung, wenn du dich in einer Negativ-Gedanken-Gefühls-Spirale befindest. Wenn möglich, an der frischen Luft, das wirkt Wunder. 
  • Bewusst deine Spiegelzeit reduzieren.

Den Krieg beenden - Körperspuren lesen und annehmen!

Die Lösung ist eine eigenständige Haltung, Dankbarkeit und Annahme. Bei meinen Recherchen fragte ich mich immer wieder, welche Möglichkeiten hatten Frauen sich aus dem Gefängnis des Körperformendiktats auszubrechen und wirklich Freude mit sich, ihrem Körper und der Mode zu erleben.

Es macht  Freude, sich

  • zu bewegen
  • schön zu kleiden
  • sinnlich zu erleben
  • zu berühren
  • und, und, und….

Kurz “ sich anzunehmen “ so wie du bist – das bedeutet für mich, den Krieg mit sich selbst zu beenden.

Mit Körperspuren lesen habe ich ein Format geschaffen, indem du dir selbst begegnen kannst. Es ist der erste Schritt raus aus dem Körpergefängnis, die innere Kritikerin versöhnen, die Körperin als Freundin annehmen, blockierte Energie lösen und fremde Ideale lösen.

  • Spuren lesen, erkennen und annehmen statt verurteilen
  • Urteile auflösen und innere Dialoge bewusst unterbrechen.
  • den Körper wieder bewohnen und nicht abspalten – sich zuhause fühlen
  • Sinnlichkeit und Lebendigkeit zurück gewinnen. Wenn der Kampf endet, kehrt Energie zurück und mehr Vitalität, Leichtigkeit und Freude, Kreativität am eigenen Sein wird gelebt. 

Wenn du interessiert bist, trage dich unten ein, dann informiere ich dich über den nächsten Kurs in Konstanz.

Ich freue mich über deine Erfahrungen und Kommentare auf diesen Blogartikel. 

Was denkst du über die Mode und die Körperformen aktuell?

Von Herzen 

Susanne

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