Wandel heißt, über die eigenen Gefühle hinauszudenken!

In unseren bewegten Zeiten verschieben sich Werte und Begriffe. Wir wissen, Gesundheit ist ein hohes Gut, unser Immunsystem scheint dem modernen Leben nicht mehr gerecht zu werden. Im tiefsten Inneren ahnen wir, was gut für uns ist, was nicht. Trotzdem handeln wir nicht nach der Prämisse " Das Beste und Immer" für mich.

Höher, Schneller und Weiter verliert an Glaubwürdigkeit. Wir kennen die neuen Formen noch nicht, die an diese Stelle treten werden. Begriffe, wie "New Work" und "Agilität" verheißen die neue Arbeits-Welt. Was es konkret bedeutet, weiß niemand so recht. Die Interpretationsspielräume sind groß, mal mehr.  Entsteht Glaubwürdigkeit wenn die Thesen mit  wissenschaftlichen Studien belegt sind.   Es stellst sich die Frage, wird hier alter Wein in neue Schläuche gegossen? Für mich sieht es so aus, dass wir uns individuell und gesellschaftlich in einem grundlegenden Veränderungsprozess sind. 

Arbeitswelt, Partnerschaften, Familien, Bildungssystem sind in Bewegung. Verständlich suchen wir nach stabilen Faktoren, nach Begriffen, nach Systemen, die uns Halt und Sicherheit geben. Das Neue hat noch keinen Namen, keine Begrifflichkeit, kein System, es hat vielleicht ein Sehnen, einen Geruch, eine Ahnung.  Die Leichtigkeit geht im Dschungel der aktuellen Situation schnell verloren. Unsere Gefühlswelt spielt hin und wieder verrückt.

Wenn ich eine stabile Mitte habe, dann können die Grenzen fliessend sein.

Das ist ein schöner Satz, der mich seit Jahren begleitet.  Was ist das überhaupt eine stabile Mitte? Will ich überhaupt eine stabile Mitte? Was konkret bedeutet das? Im Umkehrschluss, wenn ich keine stabile Mitte habe, dann sind die Grenzen starr. 

Wenn ich einen Kreis bilde, entsteht  dann eine stabile Mitte?

Gedanken und Sätze umdrehen mag ich. Während einer meiner Ausbildungen arbeitete ich mit Byron Katies " The Work" .

Wenn Du diese Arbeit kennst, dann weißt Du, daß im 1. Schritt der unerwünschten Zustand beschrieben  wird. Nach einigen weiteren Schritten, drehst Du den Satz in eine Handlungsaufforderung um. Ein Beispiel: "Ich will, dass mich meine Kollegin ernst nimmt". Das ist der unerwünschte Zustand. Ein verständliches Anliegen, mit vielen Gefühlen und Alltagsmissverständnissen behaftet. 

Den Satz umdrehen in eine Handlungsaufforderung  könnte heißen  "Ich will mich selbst ernst nehmen" oder "Ich will meine Kollegin ernst nehmen" . 

Das ergibt einen völlig anderen Lösungsansatz. 

Um diesen Lösungsweg zu gehen, ist es wichtig, die Gefühle, die sich mit der Umkehrung zeigen, wahr und ernst zu nehmen. Erst wenn ich die Gefühle angenommen habe, kann ich den neuen Lösungsweg gehen.

So die heutige Headline "über die eigenen Gefühle hinausdenken". 

Wenn ich denke, fühle ich nicht. Wenn ich in Emotionen wie Wut, Traurigkeit, Ohnmacht stecken bleibe, dann macht es Sinn, einmal über genau diese Emotionen zu sinnieren. 

Wir haben wirklich viel gelernt im Leben aber nicht, mit unseren Gefühlen und Emotionen umzugehen. Mir hallen noch die Sätze in meinem Gedächtnis " Stell´ Dich nicht so an, es wird ja nicht so schlimm sein.........". Das kleine Mädchen, der kleine Junge fühlt sich nicht ernst- und wahrgenommen. Wir kennen sie alle und haben unsere Strategien entwickelt, damit umzugehen. Ich habe sie gehört und selbst weitergegeben. Heute weiß ich es besser. Damals handelte ich, weil ich es nicht besser wusste. 

Was ist jetzt der Königsweg im Umgang mit den Gefühlen. Sie einfach ignorieren, in den Griff kriegen,  das Pokerface?

Die Gefühle kontrollieren und/oder zu steuern, zu dieser Strategie raten einiger Erfolgscoachs. Damit habe ich mich sehr ausführlich auseinandergesetzt. 

In der eigenen Emotionswelt zu Hause zu sein, sich mit den Gefühlen ernst zu nehmen, ist ein Baustein auf diesem Weg.  Alle Gefühle, auch die, die wir nicht mögen. 

Hinter jedem Gedanken steckt ein Gefühl. Sich etwas besser in seinen Gedanken auszukennen und die Gefühle dahinter wahrzunehmen, ist die Botschaft an diejenigen, die mir erzählen, sie fühlen nichts.

Wenn ich Dir erzähle, dass Du eine Kollegin oder Dich selbst ernst nehmen sollst, die Dich gerade ohne Antwort stehen ließ.  Dann bist Du zu recht  sauer, fühlst Dich ohnmächtig und/oder wütend. Über die  Gefühle kannst Du Dir auf die Spur kommen. Du kannst Deine Gefühle wahr und ernst nehmen. Einen Moment innehalten und wahrnehmen, mehr braucht es meist nicht. 

Die eigenen Gefühle und Gedanken ernst nehmen.  Sie dann auch wieder ziehen zu lassen. Du entscheidest, welche Bedeutung Du den Gedanken und Gefühlen und/oder  Situationen gibst. 

Mich führte dieser Weg in eine stabile Mitte. Mich anzunehmen mit den wilden, traurigen, angstvollen, schamhaften, schuldhaften Gefühlen,  mit den freudigen, hingebungsvollen, begeisternden und lebensfrohen Gefühlen, die dahinter liegenden Emotionen kennenzulernen. Dann bin ich in meiner lebendigen Mitte und es kommt immer wieder Neues dazu. Meine Gedanken über mich veränderten sich. 

Es hat noch einen weiteren wunderbaren Nebeneffekt: Ich finde immer weniger Schuldige und mehr Lösungen. 

Wenn Du mehr über Dich und Deine Gefühle erfahren möchtest, dann könnte der erste Schritt der Onlineworkshop "Agieren statt Reagieren - egal, was in der Welt gerade passiert"  sein.  Ich lasse Dich damit auch nicht allein. Am Ende des Kurses habe ich Dir Fragen vorbereitet. Mit den beantworteten Fragen schließt Du den Onlinekurs in einem Coaching mit mir ab. 

Es ist ein Einstieg in die Würdigung Deiner Erfahrungen.

Vielen Dank, dass Du bis hier gelesen hast. Ich freue mich über Kommentare und Deine Erfahrung. 


Herzlichst

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