Lebensfragmente oder der rote Faden?

"Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte", sagt man über ein Leitmotiv, das während eines Geschehens immer weiter fortgesponnen ist. Das kann die Eifersucht in Shakespeares »Othello« sein oder eine Reihe von Polit-Affären: Rote Fäden lassen sich überall entdecken. Die Redensart klingt so volkstümlich, dass ihre Herkunft aus der hohen Literatur dann doch verblüfft. 

Eingeführt hat sie nämlich Johann Wolfgang von Goethe in seinem 1809 erschienenen Roman »Die Wahlverwandtschaften«. Darin (2. Teil, 2. Kapitel) schreibt Deutschlands Dichterfürst, ehe er aus dem Tagebuch von Ottilie, einer der vier in Liebesbande verstrickten Hauptfiguren, zitiert: "Wir hören von einer besondern Einrichtung bei der englischen Marine. Sämtliche Tauwerke der königlichen Flotte, vom stärksten bis zum schwächsten sind dergestalt gesponnen, dass ein roter Faden durch das Ganze durchgeht, den man nicht herauswinden kann, ohne alles aufzulösen, und woran auch die kleinsten Stücke kenntlich sind, dass sie der Krone gehören. Ebenso zieht sich durch Ottiliens Tagebuch ein Faden der Neigung und Anhänglichkeit, der alles verbindet und das Ganze bezeichnet."

Dieses Bild aus dem viel gelesenen Roman bürgerte sich schnell ein.

Schicksalgöttinnen der Mythologie, die die Lebensfäden der Menschen weben und zumessen. Natürlich kennen wir auch den Ariadne-Faden, das lebensrettende Wollknäuel der kretischen Königstochter Ariadne, das Theseus im Labyrinth des Stiermenschen Minotauros ausrollte, um ihren Gefährten  wieder herauszuführen. 

Ariadne führt Theseus aus dem Labyrinth. Aus meiner Sicht Blick übersetzt, entwirrt sie ihm sein Wirr-Warr.  Sie führte ihn aus dem Labyrinth.

Beide fliehen nach Naxos, Theseus verlässt sie. Meist hört hier die überlieferte Geschichte auf. 

Für mich beginnt Ariadnes Geschichte genau an dieser Stelle. 

Eine Frau, die den roten Faden spannt und den  entwirrt. Der Ausgang aus dem Labyrinth für den Anderen ist möglich.

Sie zieht sich auf Naxos zurück und spinnt ihren Faden. So geht die Geschichte weiter. Sie spinnt den Faden ihrer Lebensspur. Sie erkennt im spinnen Ihres Fadens Ihre Stärken und Potentiale. Aus einem roten Faden wird ein goldener Faden. 

Dionysos kommt nach Naxos, entdeckt sie und die beiden heiraten. Dionysos, der Wilde, der Unbändige, Gott des Weines und der Wollust. Er, der die Frauen erkannte und sie liebte. Sie zeugten 4 Kinder miteinander und freuten sich Ihres Lebens. Ariadne, die entwirren konnte und den eigenen goldenen Faden spann. Sie rannte nicht umher, sondern blieb in ihrer Essenz.

Dionysos steht für die Lebensfreude,  die Liebe, Sexualität. Er kennt die Frauen und kann sich entscheiden. Er geht den Weg nach Naxos und weiss, was er tut. 

Diese ist eine sehr verkürzte Version dieser wunderbaren Mythologie, die so viele Facetten in sich trägt. Mir zeigt sie die Essenz.

Mit dem roten Faden setzen wir die Lebensfragmente zusammen, ent-wirren oder ent-wickeln. In der Ruhe, im Erkennen des eigenen Wesens, der eigenen Spur spannen wir den goldenen Faden.  Dafür steht Ariadne.

In der Verbindung entsteht das Neue, das eigene Projekt, der erfüllte Job, die Berufung, der Sinn. Es befruchtet sich in ein eigenständiges und eigenverantwortliches Leben. Die Zugehörigkeit zu sich selbst und in seinem Umfeld. Wohlstand und Reichtum kann in uns und um uns herum entstehen. 

Im Modul 3 #traumjobstrategie geht es um die Anerkennung der eigenen Erfahrungen und einen wohlwollenden Blick auf die eigene Geschichte. Der rote Faden wird sichtbar.  Wir färben den roten Faden golden, wenn wir unsere Spur erkannt haben und den eigenen Faden spinnen. 

Ein kleines Tool aus Modul 3 habe ich separiert und biete es in einem Offline-Seminar an: "Lebensfragmente - der rotgoldene Faden in Deinem Leben".  Ich sende Dir die Einladung zu diesem Seminar in der nächsten Woche. 

Klar habe ich meinen roten Faden gesponnen und mir wurde bewusst, wieviel Veränderung ich erlebte. Ich zog in jedem Jahrzehnt um und habe zweimal mein komplettes Hab und Gut in einen Wagen gepackt und neu begonnen. Das zweite Mal mit meinen kleinen Kindern, dieser Wandel betraf nicht nur mich. 

Im Erspüren meines goldenen Lebensfadens ist daraus eine große Kraft entstanden in und mit Veränderungsprozessen umzugehen. Andererseits kann ich auch eine fast stoische Kontinuität leben, wenn ich merke, der Schritt in eine neue Richtung ist innerlich noch nicht reif. Manchmal erschreckt mich, dieses fast auf der Stelle treten. 

Das ist eine der Stärken, die aus den Erfahrungen entstanden sind, ich wechsel erst die Spur, wenn ich innerlich reif bin, auch wenn es für mein Umfeld schon längst absehbar und sichtbar ist. 

Kannst Du den roten Faden in Deinem Leben erkennen? Siehst Du schon die rotgoldene oder sogar goldene Spur? 

Ich freue mich über Deine Erfahrungen und Deine Geschichte. Dafür kannst du die Kommentarfunktion nutzen oder Dich in die private FB Gruppe Traumjob-Lounge einloggen. 

Die Mythologie der Ariadne trägt die neue und die alte Zeit in sich.  

Herzlichst

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