„Ich male mich selbst, weil ich so oft allein bin und weil ich das Motiv bin, das ich am besten kenne.“ - Frida Kahlo

Die Neue Züricher Seite schrieb in ihrem Kulturteil letzte Woche, dass die Frida Kahlo Ausstellung im Tate in London alle Besucherrekorde brach. „Ich war dabei“ – am 2. Tag der Eröffnung. Klingt gut, gell. War ein Zufall, sofern du und ich an Zufälle glauben. 

Es war eine Wiederbegegnung mit Frida Kahlo. Sie war eine der Ikonen meiner jungen Jahre –  in ihrer Wildheit, ihrem Schmerz, ihrem Temperament, ihrem facettenreichen FrauSein, ihrer Leidenschaft. Mir würde noch vieles einfallen. Auf den Punkt gebracht, sie ist einzigartig.

Mit meiner Nichte besuchte ich das Tate.  Was ich nicht wusste, dass Frida Kahlo die junge Frau seit ihrem 13. Lebensjahr begleitet. Ich war berührt zu erleben, wie berührt sie war, Frida Kahlos Kunst im Original zu erleben.

Wie viele Generationen hat ihre Kunst begleitet und wie viele Generationen noch?

Wer bin ich, die über Frida Kahlo schreiben kann. Weder Kunstverständige noch habe ich ihr Leben studiert und doch lese ich etwas.

Ich schreibe unfertig, bar jeder Expertise über Kunst und Biographie und die Leserin entscheidet. Es sind meine Gedanken zu Frida Kahlo und ihrem Vermächtnis. Ich zeige übergeordnet den Faden mit dem Blick der FrauenKörperSpuren

„Es gibt nichts Kostbareres als Lachen – es ist Stärke, zu lachen und sich hinzugeben, leicht zu sein.“ - Frida Kahlo

Der körperliche Schmerz begleitete sie durch ihr ganzes Leben. Als Kleinkind hatte sie Polio, als junge Frau einen Unfall, der ihr eine Stange über das Becken durch ihren Körper rammte. Sie überlebte. 32 Operationen musste sie ertragen, liegend monatelang in ihrem Bett verbringen. Unzählige Korsetts trug sie für eine aufrechte Haltung. Sie war kinderlos,  hatte Fehlgeburten und führte einige Abreitungen durch und litt darunter.

Ihre Liebe zu Diego Rivera ein politischer Wandmaler, weit über Mexiko bekannt, war leidenschaftlich. Sie liessen sich scheiden und heirateten wieder. Beide hatten Liebhaber und Liebhaberinnen. Frida Kahlo machte nie ein Hehl aus ihrer Bisexualität. 

„Wenn Frida Kahlo heute leben würde, würde sie sich sicher über ihren Erfolg amüsieren“  Laura Rodriguez schrieb ihre Doktorarbeit über Frida Kahlo. 

Wollte sie jemals eine Ikone sein? Wahrscheinlich nicht.

Sie lässt uns an ihrem Leben über ihre Bilder teilhaben. Sie beschönigt nichts, lässt nichts aus, zeigt ihren Schmerz, ihre Freude und wirkt echt. Ist das die Faszination, die sie ausübt?

„Letztlich sind wir fähig, sehr viel mehr auszuhalten, als wir uns vorstellen können“, soll sie gesagt haben. 

Ist ihre Kunst die Therapie? Ich lasse sie selbst zu Wort kommen:

„Ich bin nicht krank. Ich bin gebrochen. Aber ich bin froh, so lange zu leben, wie ich malen kann.“ 

Es ist weit mehr als Therapie. Es ist ihr Leben. 

Bewusst habe ich das Zitat zur Leichtigkeit als Einleitung in die biographische Auflistung ihrer Leidensgeschichte gewählt. Es zeigt die Lebensfreude, die in ihr wohnt, die Neugierde, die Liebe an das Leben. Wenn ich ihre Lebensspuren verfolge, dann hat sie gelebt, geliebt, gelacht, gelitten, und es wirkt auf mich in vollen Zügen

Hat sie jemals ihren Körper angenommen? Ich weiss es nicht. Sie hat ihn zum Ausdruck gebracht, so wirkt es auf mich. 

„Wenn man das eigene Leid einmauert, riskiert man, dass es einen von Innen her auffrisst..“

Sie trug die verschiedenen Korsetts, und mauerte ihr Leid nicht ein, sie gab ihm Ausdruck in ihren Bildern

Sie schrieb kontinuierlich in ihrem Tagebuch. In ihren Aufzeichnungen setzte sie sich mit Esoterik, Magie, Sexualität, Jugend und Alter auseinander. Sie war Kommunistin, eine politisch denkende und handelnde mexikanische Frau mit einer tiefen Liebe zu ihrem Land.

Ihrer Affaire mit Leo Trotzki, dem russischen Revolutionär, der vor dem Stalin Regime nach Mexiko, wird eine trotzige Reaktion auf Riveras Affairen nachgesagt. 

War auch ihre Ehen und Liebe zu Diego Rivera ein Korsett?

Zeitenweise könnte es so gewesen sein, wenn ich die Überlieferungen lese. Ein Korsett, dass ihr Halt gab und sie entwickeln liess und aus dem sie herauswuchs.

"Ich liebe dich mehr als meine eigene Haut und obwohl du mich nicht genauso liebst, liebst du mich trotzdem, nicht wahr? Und wenn du es nicht tust, werde ich immer die Hoffnung haben, die du hast, und damit bin ich zufrieden. Liebe mich ein wenig. Ich bete dich an - Frida Kahlo"

Als 22jährige lernte sie in Begleitung der italienischen Fotografin Tina Modotti,  den 20 Jahre älteren Diego Rivera kennen. Sie verbrachten viel Zeit in den USA. Es waren für Frida Kahlos künstlerische Entwicklung einflussreiche Jahre. 

Es waren Jahre und zwei Ehen mit Rivera die gekennzeichet waren durch Höhen und Tiefen. Sie begleiten sich in ihrer Kunst, befruchten sich, sind Teil ihrer Gemälde.

Ihr Durchbruch als Künstlerin wird mit 1938 betitelt. 

Auch ihre Trennung von Rivira in den 30er Jahren drückt sie aus. Es waren die Jahre mit vielen Krankenhausaufenthalten, geprägt von Drogen- und Alkoholkonsum.

In ihrem Nachlass hinterlässt Frida Kahlo Bilder und eine Vorstellung eines leidenschaftlichen und kurzen Lebens. Ihre geschriebenen und gemalten Tagebuchaufzeichnungen erzählen davon. 

„Ich wurde als Schlampe geboren. Ich wurde als Malerin geboren.“

Dieses Zitat einer Ikone mag ich besonders, es erhebt die Schlampe und löst die interpretierte Bedeutung dieses Wortes auf, welches Generationen von Frauen beschämte.

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„Du verdienst das Beste, das Allerbeste, denn du bist einer der wenigen Menschen in dieser lausigen Welt, die sich selbst gegenüber ehrlich sind, und das ist das Einzige, was wirklich zählt“

Vermutlich spricht sie hier Diego Rivera an. 

So drückt sie ihre Echtheit und eine grundlegende Ehrlichkeit aus. 

So sehe ich ihre Bilder. Sie malt in bunten Farben, beschönigt nichts und zeigt den Schmerz und die inneren Kämpfe. Farbe und Darstellungen wirken wie ein Widerspruch und das macht die Faszination. 

Ihre Anerkennung als Künstlerin in Mexiko verlief kontinuierlich. Sie lehrte 10 Jahre an der Kunstschule La Esmeralda. In den 50er Jahren wurde ihr Gesundheitszustand immer schlechter. Sie bekam ein Gipskorsett und konnte nur noch im Liegen malen. 

Nach ihrem Tod mit 47 Jahren wurde es ruhig um Frida Kahlo. Erst in den 70er Jahren entdeckte die Frauenbewegung ihre Kunst und ihr Leben als Ikone. 

Was kann sie uns heute sagen durch die Brille der FrauenKörperSpuren.

  • Sie bezeichnete sich selbst als Zerbrochene ohne Zerbrochen zu sein.
  • Sie ist die Zerbrechliche ohne zu zerbrechen.
  • Sie wirkt durch ihre Kunst und findet ihren Ausdruck
  • Sie schreibt und malt Tagebuch und gräbt ihr Leiden nicht in ihrem Inneren. 
  • Sie wirkt und ist sichtbar.
  • Sie ist mutig und wirkt echt. 
  • Sie bricht nicht, als ihre Liebe sie betrügt, sie probiert sich aus und liebt Männer wie Frauen.
  • Sie denkt und handelt politisch und spricht aus, was sie denkt.
  • Sie ist eine Ikone der Kunst, der sie ihr Leben widmete, und ihr Leben und Leiden bestimmt ihre Kunst, eine Wechselwirkung
emotionale Stabilität
Gerne begleite ich dich persönlich auf deinem Weg in deinen inneren Frieden. Ich biete dir ein kostenfreies Gespräch an:

Susanne Krauss

Transformationscoach - Bloggerin - Seminare

Mit FrauenKörperspuren begleite ich Frauen auf ihrem Weg, ihren Körper anzunehmen, hin zu mehr Vitalität und Lebensfreude. Es macht mir sehr viel Freude, zu schreiben und anzuregen. Die Tipps sind alltagstauglich, selbst ausprobiert. Ich mag's praktisch, einfach und vor allem wirkungsvoll.

Ich konnte  nur eine begrenzte Anzahl von Bildern zeigen. Wenn du auf mehr Frida Lust hast,  vom 31.1. 2027 bis 17.05. 2027 findet in der Foundation Beyerle in Basel die nächste Ausstellung zu Frida Kahlo statt und du findest in der ARD Mediathek den Film Frida

Herzlichst

Susanne

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