Selbstwirksamkeit ist das tiefe Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Selbstbestimmt handeln und Herausforderungen aus einer Kraft meistern.

Weibliche Selbstwirksamkeit ist kein Modewort

Sie ist ein Gefühl, dass entsteht, wenn du merkst: “ Ich kann etwas bewegen in meinem Leben“ .

Wenn ich an mein jüngeres Ich denke, fällt mir auf, ich machte einfach. Manchmal ging`s gut, manchmal nicht. Bestenfalls nahm ich aus den Crashsituationen etwas mit. So richtig liess ich mein Leben nicht laufen, dazu war ich zu kontrolliert und sicherheitsorientiert. 

Rückblickend erkenne ich: Kontrolle verwechselte ich mit Selbstwirksamkeit. Nur kein Leerlauf in meinen Planungen, möglichst immer etwas zu tun, jeder Langeweile ging ich aus dem Weg. 

Es wirkte, als ob ich das Steuer in der Hand halte.

Die Brüche erlebte ich in Trennungen und Verlusten, und die Folgen waren Körperschmerzen und Emotionen wie Traurigkeit, Scham und Schuld, Wut.  Die schob ich weg, wollte sie nicht fühlen und/oder weg haben.

Leise trat die Umkehr in mein Leben. Es war wie ein Puzzle, die Teile setzten sich langsam neu zusammen,  Schritt für Schritt.

Weibliche Selbstwirksamkeit beginnt im Inneren. Sanft, im Lauschen und Fühlen nach innen, in der Verbindung mit dir selbst. Es stellen sich Fragen ein, nicht sofort mit Worten wie Selbstwirksamkeit, eher: Was berührt mich……dann vielleicht: Was  bewegt mich, wohin zieht es mich wirklich?

Es lohnt sich, die Fragen und gefundenen Antworten zu notieren und immer wieder mal durchzulesen. Spielerisch, nicht buchhalterisch, dann wird es leicht und macht Freude. 

Warum Frauen besonders mit Fremdansprüchen kämpfen

Ich erinnere mich an einen Nachmittag. Ich war Anfang 40, neu umgezogen, zwei Jungs, einen Leitungsjob. Ich stand auf der Leiter und bohrte Vorhangschienen, während ich mir eine Argumentationslinie für eine bevorstehende Aufsichtsratssitzung. Dann stritten sich meine Jungs und kämpften miteinander, wie Jungs streiten.

Ich stieg von der Leiter, setzte mich hin und dachte: „Das ist selbstgewählte Sklaverei“.

Der Moment war so intensiv, dass  ich mich erinnere, als wäre die Erfahrung soeben passiert.

Einige meiner Rollen prallten aufeinander. Die Mutter, die Leitungskraft, die Handwerkerin, die Managerin des Alltags. Eine wesentliche Rolle fehlte. Ich selbst, die Frau in mir. Sie nahm ich in dieser Zeit nicht wahr. Die Rollenvielfalt überlagerte die Verbindung zu mir.

Niemand zwang mich dazu. Mein Verantwortungsgefühl, mein Sicherheitsbedürfnis, mein Gefallenwollen, mir Beweisen wollen.

Ich begann, die selbstgewählten Fesseln zu erkennen. Das war der erste Schritt auf einem Weg, mich mit mir zu verbinden. 

Rollenbilder der „guten Mutter,  der besten Freundin, der Top-Leitungskraft, der hingebungsvollen Tochter, der perfekten Partnerin und Ehefrau“, die ihren Alltag perfekt gestaltet und alle Rollen unter einen Hut bekommt. Die Rollen sind im Leben vielfältig. Entscheidend sind Merkmale, die du erfüllen willst oder denkst, sie erfüllen zu müssen „die Beste, die Gute, die Hingebungsvolle…..“.

Dieser Versuch, allen Erwartungen gerecht zu werden, führt zu einer Entfremdung von den eigenen Bedürfnissen. Das führt bestenfalls zu einem ständigen Konflikt zwischen Anpassung und Selbstverwirklichung. Ich schreibe bewusst „bestenfalls“ In besonderen Stresssituationen behaupte ich, du nimmst deine eigenen Bedürfnisse nicht wahr.

Die Angst vor Ablehnung oder auch davor, als zu „kompliziert“ zu gelten, treibt uns Frauen dazu, über persönliche Belastungsgrenzen hinauszugehen.

Wir Frauen sind anfälliger für die Fremdansprüche. Die Erfahrung unserer Erziehung, vielleicht auch Biologie aufgrund der Gebärfähigkeit, lehrt uns, für andere da zu sein. Das ist ein sehr tiefes Thema, das ich hier nicht ausführlich beschreiben kann. Es ist ein eigenes Blogthema und verdient auch Tiefe und Ergründung. 

Als beziehungsorientierter Frauentyp neigst du eher dazu, die Bedürfnisse des Gegenübers mit den eigenen zu verwechseln. 

Beobachte dich selbst, dann findest du das mit der Zeit heraus. Eine feine Wahrnehmung für dich zu entwickeln, ist ein Schritt auf der Reise zu dir. Frage dich, welchen Vorteil erhoffst du dir, wenn du die Bedürfnisse anderer erfüllst oder den Erwartungen anderer entsprichst?

Das "Nein" als Akt der Selbstwirksamkeit

Das eigene Feld wahrzunehmen, die eigenen Grenzen immer wieder zu erkennen und auszurichten, ist sicherlich ein lebenslanger Prozess. Eine starke Mitte lässt die Grenzen fliessender werden. Die starke Mitte entsteht in Verbindung mit dir. Wenn du gewohnt bist, aus deinem Inneren heraus zu agieren. 

Solange die innere Mitte noch keinen guten Platz in dir hat, braucht es feste Grenzen, um dein Feld zu halten.

Ein klares Ja zu dir, ist kein Nein zu Partnern, Kindern, Eltern, Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen. Es ist ein klares Ja zu dir.

Nein ist ein ganzer Satz!

Mit jedem Ja zu dir selbst wirst du handlungsfähiger und freier.

Schritt für Schritt gehen, ist wichtig. Zunächst fühlt sich ein Nein gegenüber einem anderen Menschen falsch an. Es braucht ein wenig Übung und das Wissen, dass das „gute Gefühl für dich“ etwas Zeit und Übung braucht.

Das Gefühl stellt sich ein. Versprochen……..

Themen des Blogs

Weibliche Selbstwirksamkeit beginnt mit dir!

Gesellschaftliche Schönheitsideale formen die weiblichen Körper. Es sind Fremdbilder, die Frauen (und auch Männer) verinnerlichen. Es geht immer um die Anerkennung. 

Der anerkennende Blick deines Gegenübers, vermittelt dir ein besseres Gefühl. Das ist menschlich. Wenn der Blick des Gegenübers, den eigenen Blick auf dich dominiert, verlierst du die Verbindung zu dir selbst.

Rollenerwartungen an das Mädchen, in den unbewussten Jahren aufgenommen, prägen die inneren Bilder über dich. Das läuft unbemerkt.

Bewusste und unbewusste Erwartungen formen das Selbstbild.

Wie du dich selbst siehst, strahlst du aus, und im Verhalten anderer Menschen erkennst du dich selbst.

Das ist nicht immer einfach und braucht ein bisschen Übung, das Verhalten anderer Menschen dir gegenüber als Reaktion deiner Ausstrahlung zu erkennen.

Es ist weitverbreitet, das Verhalten der Mitmenschen zu verurteilen. Es lohnt sich in der eigenen Bewusstseinsbildung, den Spiegel im Gegenüber zu erkennen. Du kannst deine Mitmenschen nicht verändern, aber dich selbst sehr wohl. (Danke an Silke Schäfer, die diese Photo freigegeben hat)

Selbstwirksamkeit und das "Selbst": Was steckt dahinter?

Das Selbst ist mehr als das Ego. Es umfasst den mentalen, den körperlichen, den emotionalen und den spirituellen Anteil in dir. Ich spreche gerne von den 4 Körpern. Die Chefin bist du. Das Ideal ist, dass Herz, Körper, Geist und Spirit im Einklang mit dir sind. Dann entsteht Stimmigkeit.

Ich betrachte das als einen erstrebenswerten Zustand. Im Inneren verbunden, jongliere ich die unterschiedlichen Bedürfnisse und gleiche aus. Das ist ein Weg und die Stimmigkeit ist der Wegweiser.

Ich lade dazu ein, die eigenen Bedürfnisse  bisweilen auch mal zu hinterfragen. Wenn das Bedürfnis erfüllt ist, wie fühlst du dich? Stimmig oder ruckelt etwas?

Das Herz sucht Nähe, der Geist will Freiheit, der Körper mag Ruhe und der Spirit Besinnung. Kennst du das?

emotionale Stabilität
Gerne begleite ich dich persönlich auf deinem Weg in deine Selbstwirksamkeit. Wir starten mit einem kostenfreien Gespräch.

Du gibst das Tempo vor

Die Erforschung deiner Wünsche und Bedürfnisse, deiner  Erwartungen ist ein weiterer Schritt in deine Selbstwirksamkeit.

Wenn du alles aufschreibst und gegenüberstellst, was erfüllt und was offen ist, dann bemerkst du dieoll-Ist Bruchstelle.Das unerfüllte Ist zeigt dir, was noch alles kommen darf. Annahme und Dankbarkeit können helfen.

Triggerwarnung, es können Körperempfindungen und Gefühle hochkommen und fühlbar werden. 

Es ist einfach geschrieben, dann lasse sie hochkommen und fühle sie. Emotionen, die im tiefen Keller deines Seins seit Jahren schlummern, erfolgreich hinuntergeschluckt und innerlich verpackt, wirken bedrohlich. Die fühlt „mensch“ mit einem wahren Freund oder Begleiter. 

Das ist ein Weg, die Kellerkinder alter Glaubenssätze und Muster zu befreien, deine Bedürfnisse zu erkennen und neue Bilder zu gestalten. 

 

Selbstwirksamkeit in 3 Schritten

  1. Das innere Bild entwickeln

 

Alles beginnt im Kopf. Was macht dir Freude? Wann fühlst du dich lebendig? Was lässt dich zufrieden zurückblicken? Diese Erfahrung, das Wissen und deine Vision tragen dich durch schwierige Zeiten. Das weiss ich aus eigener Erfahrung. Das Bild eines vitalen, gesunden und glücklichen Lebens hat mich durch manche Krise getragen. 

      2. Hinderliche Gewohnheiten                    erkennen

Solange eine alte Gewohnheit stärker ist als der Glaube an dich selbst, verändert sich wenig. Wenn du immer das tust, was du immer getan hast, wirst du wahrscheinlich das bekommen, was du kennst. Der Schlüssel ist, die hinderlichen Gewohnheiten zu erkennen und sie in förderliche Gewohnheiten wandeln.

    3. Den Faden wieder aufnehmen

 

Die wichtigste Eigenschaft auf diesem Weg ist die Frustrationstoleranz. Die Fähigkeit nach einem Rückfall ohne Selbst- oder Fremdverurteilung wieder anzufangen. Die Wegbegleiter sind Dankbarkeit und Vergebung, wenn die Zeit dafür reif ist. Nicht Perfektion, sondern Lebendigkeit und Verbindung zu dir. 

Erfahrungen neu bewerten, die unterschätzte Kraft

Der kanadische Psychologe Albert Bandura gilt als Pionier der Selbstwirksamkeitsforschung. In seiner sozial-kognitiven Lerntheorie beschreibt er, wie der Glaube an die eigene Wirksamkeit unser Handeln und unsere Entwicklung beeinflussen.

Unter diesem Aspekt kommen die erlebten Erfahrungen ins Spiel. Sie lassen sich rückwirkend nicht verändern. Sie lassen sich in der Gegenwart neu bewerten. Du wurdest im Leben sicherlich schon öfter enttäuscht. Der neue Blick könnte das Geschenk in dieser Enttäuschung finden oder die Kraft, die Enttäuschung überwunden zu haben, als Stärke werten. Es gibt auch den Blick der eigenen Verletzlichkeit in der Enttäuschung zu begegnen und diese anzunehmen. Du siehst, es gibt viele Blickwinkel.

Neue Blickwinkel ist eine Basis für neue Erfahrungen. Es geht nicht Tschaka-Tschaka-Gefühl – du schaffst das schon, sondern um grundlegend neue Erfahrungen, die dich in deiner Selbstwirksamkeit stärken. 

Du wirst deinen eigenen Weg finden, dir zuhören, feststellen, was du brauchst und was dir nützlich ist.

Selbstwirksam ist ein Prozess, der dich intuitiv auf deine Spur führt. Auf diesem Weg veränderst du dein Selbstbild, entwickelst neue Gewohnheiten, fühlst dich mehr mit dir verbunden. Du bist auf dem richtigen Weg, deinem Weg.

FAQ

Selbstwirksamkeit bedeutet den Glauben daran, dass du dein Leben durch eigenes Handeln beeinflussen kannst. Sie beschreibt deine Überzeugung, Herausforderungen aus eigener Kraft zu bewältigen.

Nein, ein selbstwirksamer Mensch ist in der Lage, zu entscheiden,  wo und wann er Hilfe braucht, und kann darum bitten. 

Du bist handlungsfähig, stärkst dein Selbstvertrauen und hilfst dir, auch schwierige Situationen aktiv zu gestalten.

Kontrolle ist ein statischer Zustand, der verbunden ist mit dem Gefühl „alles im Griff“ zu haben. Selbstwirksamkeit führt in die Handlungsfähigkeit und bedeutet Lebendigkeit. 

Du stärkst dich vor allem durch konkrete Erfahrungen, wie kleine Erfolge im Alltag, bewusste Entscheidungen und das Verändern von Gewohnheiten. 

Negative Erfahrungen, die du nicht umdeuten kannst oder willst. Selbstzweifel, starre Gewohnheiten und ein starker Fokus auf äussere Erwartungen können die Selbstwirksamkeit schwächen.

Selbstsicherheit heisst, du glaubst an deine Fähigkeiten, egal, was andere über dich denken. Selbstwirksamkeit beschreibt deinen Glauben an dich, etwas bewegen zu können, wirkungsvoll zu sein.

Newsletter Danke

Hast du Interesse an regelmässigen Informationen, Inspirationen und Anregungen?

Dann trage dich hier ein und du erhältst regelmässig einen Newsletter.

Bild von Susanne Krauss

Susanne Krauss

Transformationscoach - Bloggerin - Seminare

Mit FrauenKörperspuren begleite ich Frauen auf ihrem Weg, ihren Körper anzunehmen, sich mehr zu spüren,und lebendig zu fühlen – als Startpunkt in erfüllte Partnerschaften, erfolgreiches Wirken in Familie und Beruf. Es macht mir sehr viel Freude, zu schreiben und anzuregen. Die Tipps sind alltagstauglich, selbst ausprobiert. Ich mag's praktisch, einfach und vor allem wirkungsvoll.

Der Text gefällt Dir? Dann teile ihn gerne!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert